Die Provisionsfrage

06. 
August

Wer zahlt? Das ist die Kernfrage, die Käufer und Verkäufer von Häusern, Wohnungen und Grundstücken genau wie Mieter und Vermieter regelmäßig beschäftigt. Zum Thema Immobilienmakler und Provision hat fast jeder eine Meinung, die aber häufig auf Missverständnissen und Halbwahrheiten basiert. Und auch die aktuelle Medienberichterstattung trägt nur bedingt dazu bei, dass die Situation transparenter wird. Dabei ist der Sachverhalt eigentlich gar nicht so kompliziert.

Die Provisionsarten

Wer die Provision zahlt, hängt davon ab, welche Provisionsart vereinbart wurde. Es gibt eine Außenprovision, die vom Käufer an den Immobilienmakler zu entrichten ist. Auch dann, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Eine gängige Praxis bei Immobiliengeschäften in Deutschland.
Die Innenprovision ist anders geregelt. Hier zahlt derjenige, der den Immobilienmakler beauftragt hat, also meistens der Verkäufer oder Vermieter. Natürlich kann ich auch als Immobiliensuchender einen Makler beauftragen. Dann zahle ich im Erfolgsfall auch die Provision. Der Innenprovision liegt das sogenannte Bestellerprinzip zugrunde, d.h. wer beauftragt, zahlt. Klingt fair und einfach, oder?

Die Vorteile der Innenprovision

Finden wir auch! Darum sind wir durchaus Befürworter des Bestellerprinzips. Sie denken jetzt vielleicht: „Warum soll rolefs Immobilien dann mein Haus verkaufen? Dann muss ich ja zahlen!“ Das ist zwar richtig, hat aber auch ein paar nennenswerte Vorteile.

1. Loyalität

Als Makler nehmen wir immer die Interessen unserer Kunden wahr. Ist der Verkäufer unser Auftraggeber, sind wir also dessen Interessen zu einhundert Prozent verpflichtet, schließlich zahlt er nach erfolgreichem Geschäftsabschluss auch die Leistung, die wir erbracht haben.

2. Transparenz

Der tatsächlich geleistete Vermittlungsaufwand ist für den Käufer oder Mieter häufig nicht nachvollziehbar. Er sieht nicht die zahllosen Besichtigungstermine, die aufwendigen Vorbereitungen für das Exposé, die Recherche nach wichtigen Unterlagen, die Abstimmungen mit dem Verkäufer/Vermieter. Er hat einen Termin, manchmal zwei und das war’s. Dafür darf er aber die volle Provision bezahlen …
Der Verkäufer/Vermieter weiß jedoch, welcher Aufwand für die Verkaufsvorbereitungen tatsächlich anfällt, denn er wird von uns über jeden Schritt ganz transparent informiert.

3. Größerer Interessentenkreis

Waren einige Käufer- und Mieterkreise bislang von separaten Maklerprovisionen durchaus abgeschreckt, gibt es für diese jetzt keinen Grund mehr zu zögern. Außerdem stellt die Provision kein Finanzierungshindernis mehr dar, denn der Käufer muss lediglich die Kaufsumme finanzieren und nicht darüber hinaus noch die Provision. Finanzierungen kommen unter diesen Voraussetzungen durchaus leichter zustande. Ein Kauf wird für mehr Interessenten möglich.

4. Zufriedene Käufer

Wer nach dem Kauf zufrieden ist, spricht auch gut über das Geschäft. Und ist vielleicht sogar bereit für das nächste. Mit der klaren und fairen Regelung des Bestellerprinzips sind Käufer nach Vertragsabschluss sehr viel zufriedener, weil sie in dem Verkäufer einen ehrlichen Vertragspartner kennengelernt haben. Und wer weiß, vielleicht kommen Verkäufer und Käufer ja wieder einmal beim Notar zusammen?

Zur  gesetzlichen Neuregelung

Das viel zitierte Bestellerprinzip soll auf gesetzlicher Ebene nur im Mietrecht eingeführt werden. Mit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz (MietNovG), das am 1. Oktober 2014 vom Bundeskabinett beschlossen wurde und am 1. Juni 2015 in Kraft getreten ist, wird also lediglich die Provision für die Vermittlung von Mietobjekten neu geregelt. Für den Kauf gilt nach wie vor die freie Provisionsvereinbarung.

 

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